Glaubenssache: Work-Life-Balance

Nachricht Ilten, 01. Mai 2026

Homeoffice – Fluch und Segen

Kein Stau, kein Regen auf dem Weg zur Arbeit und das Gefühl, nie wirklich Feierabend zu haben. Wenn der Arbeitsplatz zuhause steht, verschwimmen die Grenzen. „Nur noch schnell diese eine Mail…“ und schon ist es wieder später Abend. So geraten viele Menschen schnell in den Sog der Selbstausbeutung. Homeoffice ist Segen und Fluch zugleich.

Mit „Work-Life-Balance“ versuchen wir Beruf und Leben ins Gleichgewicht zu bringen. Doch oft kippt die Waage, weil wir sie krampfhaft festhalten wollen. Am verlängerten Wochenende zum Tag der Arbeit dürfen wir uns auch daran erinnern, dass Arbeit gut tun soll. Sie kann uns Sinn und Gemeinschaft schenken. Aber sie darf nicht das ganze Leben füllen.

„Alles hat seine Zeit“ heißt es in der Bibel. Zeit zum Arbeiten und Zeit zum Ruhen. Auch die Zeit des Stillstehens gehört dazu. Gott selbst hielt nach der Schöpfung inne. Nicht aus Erschöpfung, sondern um das Gute zu genießen. Wir dürfen von ihm lernen, anzuhalten, loszulassen und zu vertrauen.

Wer meint, alles allein durch noch mehr Leistung im Gleichgewicht halten zu müssen, wird müde. Wer Gott zutraut, dass er mit uns und für uns sorgt, hört auf zu sich abzukämpfen und kommt in den Flow. Dann schwingt die Waage frei; nicht im Gleichgewicht, sondern im Vertrauen, dass Gott uns trägt, wenn wir nicht mehr alles ausgleichen können.

Vielleicht ist das die eigentliche „Work-Life-Balance“: arbeiten aus Berufung, Ruhen aus Vertrauen, Leben aus Gnade.

Ihr Pastor Maximiliian Chmielewski