In einem Land in unserer Zeit

(Kommentare: 4)

Blog-Tag 14:

Hallo ihr fleißigen Leser,


ich bin’s. Ich bin zwar bereits der Autor des dritten Blogeintrags, darf jetzt aber auf Wunsch der ganzen Gruppe den letzten Blogeintrag schreiben. Einen “Blogbuster” hat mein Bruder gefordert. Entsprechend folgt nun der mit Leidenschaft verfasste letzte Blogeintrag eines Teilis:

Dunkel. Ich gucke mich um. Um mich herum erkenne ich Konturen von Sträuchern und Büschen – Ich gehe durch einen Wald. Der Boden unter meinen Crocs knirscht. Dann sehe ich ein Licht am Ende des Weges. Hastig eile ich darauf zu - es ist eine Lichtung mitten im Wald. Ein roter Heißluftballon thront in der Mitte. Daneben steht der kleine Joos und winkt mich zu sich. Ich steige hinein und wir heben ab - durch die Wolkendecke und noch viel weiter. Die kühle Brise des Windes weht über mein Gesicht, als sich ein blauer Himmel über unseren Köpfen erstreckt. Ich strecke die Hand aus und lasse sie sanft durch die Wolken gleiten. Sie sind ganz weich. Wir sinken wieder und gucken hinab auf einen malerischen Sandstrand. Die glitzernde Wasseroberfläche blendet uns. Es ist wie im Paradies.

- 12 Stunden zuvor -

“Tell me why … ain’t nothin’ but a heartache”, schallert es aus aller Munde. Der Klassiker der Backstreet Boys bewegt die abendliche Runde, die sich am Lagerfeuer eingefunden hat. Als stiller Beobachter werfe ich einen Blick in den Himmel. Ein Stern direkt über mir leuchtet ganz hell. Neben mir gibt Onno den DJ, und man kichert in Grüppchen über den gerade veröffentlichten Blog. Es ist ein wenig kühl. Aber wen interessiert das schon? Ein knisterndes Feuer und das Mitsummen der Lieder verdecken die kalte Stille um uns herum.

“… denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget.”, beendet Birgit das routinierte Gebet der Andacht, die dieses Mal unter freiem Himmel stattfindet - ein Abend zum Genießen und zum Wohlfühlen.

Als ich am nächsten Morgen aufwache, schaffe ich es nur mit Mühe, den erbitterten Kampf gegen den Duschvorhang zu gewinnen. Das Drecksteil zieht sich immer zusammen, wenn ich den Platz brauche! Ich komme damit nicht klar. Die letzten Tage machen es einem nicht leicht. Zumindest konnte ich nach dem Strandausflug gestern endlich meine absolut perfekte Frisur wiederherstellen (siehe Autorenbild unten).

Unter der Begleitung von “Highway To Hell” (AC/DC) wacht ganz Thy Bo auf und macht sich bereit für den letzten Tag dieser kurzweiligen Reise. Sind wir nicht vor vier Tagen erst angekommen? War gestern nicht Mittwoch? Hat Thore seine neue Brille tatsächlich in der Nordsee verloren? Die Orientierungslosigkeit unter uns Teilis ist groß.

Nachdem ich Tom vom Bett bis zum Frühstück getragen habe (Die müde Sau!), findet beim Frühstück bereits die erste Verabschiedung statt. Beim Buffet wird ordentlich zugegriffen, denn Monsieur Müsli besucht uns heute das letzte Mal. Am Abfahrtstag ist leider keine Abwaschkapazität mehr für Schokoflakes und Schälchen.

Während des Frühstücks murmle ich sinnfrei vor mich hin. “Ich versteh’s nicht”, wirft Thore seinen Markenspruch in den Raum. Seit dem zweiten Improtheater kommt er nicht mehr aus der Rolle des kleinen dummen Schweinchens Nummer 2 heraus.

Ich werfe einen Blick in die müde Runde. Was ist nur in den letzten zwei Wochen mit uns passiert? War ich nicht derjenige, der sich damals enthusiastisch als Frühsportler geoutet hatte? Von wegen. Frühsport ist bei mir der tägliche Gang zur Dusche und die unkoordinierte Anzugsgymnastik!

10:00 Uhr - Wir machen Frühsport. So ‘ne Kacke. Die sorgfältig ausgeführten Übungen kurbeln den Kreislauf an und lassen die Knie knacken. “Körper und Geist” heißt der Programmpunkt. Nach der Körpereinheit sollen wir uns durch vier Workshops auf unseren Geist besinnen: Massage, Mandala und Acrylmalerei, eine Fantasiereise und Yoga. Im Workshop “Fantasiereise” wird man während einer tiefen Entspannungsphase in die anfangs erzählte Geschichte gezogen, die dich in einem Heißluftballon mitnimmt zu einem malerischen Strand und einem vergrabenen Schatz. Der Schlingel Titus hat’s unbemerkt gleich zweimal gemacht.

12:30 Uhr - Das letzte Mittagessen. Rückblickend auf unser allererstes Mittagessen ein durch und durch nostalgisches Erlebnis. Trotzdem wurden weiter heitere Gespräche geführt. Dass die Freizeit zu Ende geht, heißt ja nicht, dass sich die Gemeinschaft auflöst. Sie wird nur größer.

15:00 Uhr - Schruppdiwupp. Ein Putzteam ist immer nur so gut wie sein kleinster Lappen. Flure, Zimmer, Tische, und Bäder – alles wird geschrubbt und gesäubert. Alle helfen mit. Außer Tom.

- Zweieinhalb Stunden später -

Thy Bo glänzt wie neu. Klos geschrubbt, Zimmer gewischt, Müll geschickt vor den Teamern versteckt. Aus der Unordnung ist inzwischen ein begehbares Zimmer geworden und viele Ausblicke werden erst jetzt sehnsüchtig das erste Mal richtig genossen.

18:00 Uhr - Das letzte gemeinsame Abendmahl. Dazu gibt es noch eine weitere Besonderheit: Wie ich in meinem ersten Beitrag bereits erwähnt hatte, sitzt man beim Essen stehts an seiner Tischkarte, so wie sie der Tischdienst platziert. Eben diese Tischkarten werden nun nicht mehr gebraucht – morgen früh muss schließlich alles ganz schnell gehen. Um 10 Uhr muss die Mannschaft die Hütte verlassen haben. Denn in dem Bus, der uns wieder zu euch bringt, sitzt eine Bande aus NRW, die unmittelbar nach unserer Abreise hier einziehen wird. Ich hoffe, dass sie den kaputten Querstriemen meines Lattenrosts nicht entdecken.

Obwohl der Tag noch lange nicht vorbei ist, endet meine Erzählung hier. Wo bliebe nur der ganze Gesprächsstoff für zuhause, wenn ich jetzt bereits alles vorwegnehmen würde?

Ich nutze diese Gelegenheit nun und verabschiede mich hiermit im Namen aller Teilis von euch fleißigen Lesern, die ihr täglich geduldig auf unsere Beiträge gewartet habt. Die letzten vierzehn Tage haben uns allen eine Menge Überraschungen und aufregende Erlebnisse bereitet. Viele davon sind noch unerzählt und warten nur darauf, bei unserer Rückkehr Einzug in die begeisterten Gespräche zu finden. Ich wünsche ihnen und euch noch wunderbare Restferien und kann nun voller Überzeugung sagen: Diese Freizeit war ein einziges Wunder.

Viele Grüße von Jonas

[[ Kleiner Eintrag aus der Regie... Jonas, das war auf jeden fall ein Blogbuster! ]]

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Kommentar von Sabine Preuschoff |

Ihr Lieben,
nun seid Ihr schon auf der Rückreise.
Habt Dank für das Teilen Eurer Erlebnisse, für Fotos und Erzählungen. Es ist großartig, dass Ihr in den vergangenen 2 Wochen all diese Erlebnisse hattet und Erfahrungen machen konntet.
Bleibt behütet!
Ein herzlicher Gruß aus Thorup Strand in Dänemark - ich bleibe noch eine Woche. :-)
Eure Sabine Preuschoff

Kommentar von Micha und Andrea |

Guten Morgen ihr Heimreisenden,ein weinendes Auge und ein lächelndes Auge. Das weinende Auge sagt schade das die wunderbare Zeit mit euch schon um ist. Ihr habt uns 14 Tage so gut unterhalten mit den wunderschönen Fotos und den super geschriebenen Blog .Herzlichen Dank dafür
Das lachende Auge freut sich auf heute Abend euch wieder zu haben ,in die Arme zu nehmen und die vielen schöne Erlebnisse zu hören.
Nun wünschen wir eine gute Fahrt und Gottes Segen für die Heimfahrt.
Bis nachher Micha und Andrea

Kommentar von Sievert |

Für uns in Ilten gebliebene Fangemeinde der Blogs aus den Jugendfreizeiten (schon die letzten Jahre waren ja nicht ohne ;-) ) bot der Blog schöne 14 Tage Dänemark-Urlaub von der Couch. Danke an Euch Schreiberlinge (Jonas kriegt einen Extra-Daumen-rauf) und Fotografen (tolle Bilder)! – Und die im Dunkeln sieht man nicht ?! Von wegen! Danke an Darius, der sich die Nächte um die Ohren geschlagen hat, um all die Erlebnisse pünktlich zu uns an die Couchkante zu liefern. Hast 'n Super-Job gemacht! Euch allen gute Heimreise wünscht Sievert aus der Website-Redaktion

Kommentar von Verena |

So ein toller Text!! Besser hätte dieser Blog wahrscheinlich nicht enden können. Vielen Dank dafür, dass ihr uns auf diese Weise an euren Erlebnissen teilnehmen lassen habt. Ich bin gespannt, später vielleicht noch ein paar der kleinen Wunder zu erfahren :-)