Auf Kirchenland wächst der Dinkel heran

Das 8.000-jährige Urkorn erlebt eine Renaissance

Dinkel-Feld am Ortsrand von Ilten
Dinkel, ein Urgetreide mit 8.000-jähriger Geschichte, wurde auf dem Kirchenland am östlichen Iltener Ortsrand angebaut. Foto: M.Weber

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Joh.12,24) – Es könnte ein Dinkelkorn gewesen sein, auf das sich das Bibelzitat bezieht. Dinkelgetreide gibt es schon seit rund 8.000 Jahren. Auch heute gelten die Christusworte fort, wenn auf Kirchenäckern in der Region der Dinkel heranwächst, wie das nebenstehende Foto zeigt: Der Iltener Landwirt Hans-Heinrich Weber hat am östlichen Ortsrand von Ilten, auf einem Flurstück zwischen Freiwilliger Feuerwehr und Grünhof, das Urkorn angebaut.

Zusammen mit Emmer und Einkorn gehört Dinkel zur Gruppe der Urkorngetreide. Sie wurden im 20. Jahrhundert jedoch weithin von modernen Weizenzüchtungen verdrängt. Nun erlebt der Dinkel seit einigen Jahren eine Renaissance. Bedeutende Anbaugebiete lagen bisher vor allem in Südwestdeutschland und der Schweiz. Inzwischen nimmt der Dinkelanbau auch in Norddeutschland zu. So auch auf den Feldern rund um Ilten.

Der Dinkel vom Kirchenland am Ortsrand ist inzwischen abgerntet und über den Getreidehandel an Mühlen in der Region weitergeleitet worden. Ab Herbst kommt das Dinkelmehl in die Handwerksbäckereien, wo er zu leckeren urtümlichen Dinkelbroten, -brötchen, ja sogar zu Dinkeltorten verarbeitet wird.

Ein Teil der Iltener Ernte aber bleibt für alle Kirchgänger sichtbar, erzählt Marianne Weber: „Wir haben Einiges an Ähren beiseite genommen, damit sie fürs Erntedankfest in die neue Erntekrone eingearbeitet werden können.“

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