„Das hätte ich nicht gedacht!“

Konfirmandengruppe erfährt in Köthenwald interessante Einblicke in das Klinikum Wahrendorff

Gespannt hörten die Konfis der Geschichte einer Heimbewohnerin zu. Herr Pöser (rechts) hatte zuvor die Aufgaben des Klinikums vorgestellt. Foto: B.Hornig

„Dass das hier alles so groß und auch so schön ist, das hat mich überrascht!“

„Ja, und dass die Menschen hier arbeiten und echt was herstellen, was hinterher auch an Firmen geht und verkauft wird – das hätte ich nie gedacht!“

Solche und ähnliche Stimmen waren Ende September an einem Donnerstag zur besten Konfirmandenzeit im Dorffgemeinschaftshaus in Köthenwald zu hören.

Vorausgegangen war ein Nachmittag für 25 Konfirmandinnen und Konfirmanden unter Leitung von Herrn Pöser zusammen mit der Heimbewohnerin Frau Ludwig. Nachdem geklärt war, was den Krankenhaus- vom Heimbereich unterscheidet, dass es auch eine geschlossene Psychatrie gibt, und dass die Menschen hier im Rahmen dessen, was ihnen möglich ist, einem geregelten Tagesablauf nachgehen, bekam Frau Ludwig das Wort. Sie erzählte von ihrem Werdegang und deutete an, was sie nach Wahrendorff geführt hat. Eine mutige junge Frau, die zielstrebig und allen Schwierigkeiten zum Trotz einmal Kunst studieren will und in einer eigenen Wohnung leben möchte. Sie machte sich zum Sprachrohr für die vielen Menschen, die in Wahrendorf leben – kurz oder sehr lange – die ihre Geschichte und ihre besonderen Eigenheiten haben, auf die hier ganz individuell eingegangen werden kann.

Später bekamen wir einen kleinen Einblick in zwei Werkstätten: Frau Panga erklärte, wie Verpackungen von Nahrungsergänzungsmitteln gefaltet, mit Alupäckchen bestückt werden, dann eingschweißt und mit Etikett versehen. Die Jugendlichen machten sich einen Spaß daraus, wer am schnellsten eine Packung füllen konnte – ohne dabei die Alupäckchen zu knicken! Und Leonie betont, wie schwierig es ist, diese Schachtel richtig aufzufalten!

Später in der Mielewerkstatt zeigt uns Herr Pöser, wie die angelieferten Bausätze zu einer Heißmangel zusammengesetzt werden. Keine leichten Handgriffe, wie Leif feststellen musste.

Die intensive Atmosphäre war während des gesamten Nachmittags spürbar. Und am Ende äußerten die Jugendlichen sich positiv überrascht und beeindruckt. Selbst diejenigen, die vorher schon vieles von Wahrendorff kannten, haben doch Neues hier erfahren: mindestens die Geschichte von Frau Ludwig, und wie sie ihr Leben und ihre Zukunft in die Hand genommen hat.

(Birgit Hornig)

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