Ort des Trauerns und Erinnerns

Botschaft des ewigen Lebens

Historische Grabmäler auf dem Iltener Friedhof


Der Iltener Friedhof ist ein kirchlicher Friedhof. Seine Unterhaltung wird ausschließlich über Gebühren finanziert, nicht durch Kirchensteuern. Die Kirchengemeinde, vertreten durch den Kirchenvorstand, ist Träger der Anlage. Die Grundlage für die Entscheidung, als Kirchengemeinde einen Friedhof zu betreiben, wird in der Präambel der Friedhofsordnung beschrieben: „Der Friedhof ist die Stätte, an der die Verstorbenen zur letzten Ruhe gebettet werden. Er ist mit seinen Gräbern ein sichtbares Zeichen der Vergänglichkeit des Menschen. Er ist zugleich ein Ort, an dem die Kirche die Botschaft verkündet, dass Christus dem Tode die Macht genommen hat und denen, die an ihn glauben, das ewige Leben geben wird. Aus dieser Erkenntnis und in dieser Gewissheit erhalten Arbeit und Gestaltung auf dem Friedhof Richtung und Weisung.“
Der historische Teil des Iltener Friedhofs gilt als Naturdenkmal.

Friedhofsordnung und Gebührenordnung stehen hier zum Download bereit.

Ein Abbild regionaler Geschichte

Lindenallee auf der Längsachse des Friedhofs


Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Menschen im Kirchspiel (Pfarrbezirk) Ilten traditionell rund um ihre Kirche bestattet. Zeugnis davon geben die letzten noch verbliebenen Grabkreuze auf dem Rasenfeld am Kirchturm.

1872 legte die Kirchengemeinde in rund 100 Metern Entfernung von der Kirche einen neuen Friedhof an. Seither werden hier Menschen aus Bilm, Höver, Ilten und Ahlten kirchlich bestattet. Ahlten gehörte damals noch zur Kirchengemeinde, und die Friedhofsordnung hält auch heute noch diese alte Verbindung lebendig.

Aus der Gründerzeit stammt die imposante Lindenallee (Foto links) auf der Längsachse des Friedhofs. Links davon befindet sich im vorderen Bereich der historische Teil der Anlage, geprägt vor allem durch ältere, große Grabstellen und Mausoleen. Sie lassen sich im Wesentlichen den großen Bauernhöfen und -familien der Region zuordnen. Dieser Bereich ist als Naturdenkmal anerkannt, so dass z.B. 2010 eine große Gruft von der Kirchengemeinde zusammen mit den Erben und mit erheblichen öffentlichen Zuschüssen erhalten und restauriert werden konnte.

Friedhof im Wandel: Urnengrabfelder

Urnenbegräbnisfeld auf dem Iltener Friedhof

In den 140 Jahren seit Gründung des Friedhofs hat sich die Begräbniskultur stark verändert. Großfamilien gibt es kaum noch, berufliche Gründe sorgen für Ortswechsel, die Verbundenheit zur Heimatgemeinde nimmt ab. Der Kirchenvorstand hat immer wieder auf den Wandel reagiert. So wurden kleinere Wahlgrabstellen ausgewiesen, die sich verlängern oder durch Nachkauf erweitern ließen. Schon in den 1960er Jahren wurde eine Fläche als „Rasenfriedhof“ ausgewiesen, wie sie seinerzeit auf großstädtischen Friedhöfen in Mode kamen. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass in Ilten die Zeit dafür noch nicht reif war. Für Angehörige war es selbstverständlich, dass man die Gräber bepflanzte und selbst pflegte, statt nur mit dem Rasenmäher für Ordnung zu sorgen.

Inzwischen haben sich die Zeiten erneut gewandelt. Rechts der zentralen Lindenallee bietet die Kirchengemeinde neu ausgewiesene Grabfelder für die Ruhezeit von 30 Jahren an. Die Grabpflege wird durch die Friedhofsverwaltung gewährleistet. Seit 2005 werden auch Urnenbegräbnisfelder bereit gehalten, auf denen keine Grabmale traditioneller Art mehr gesetzt werden. Die Namen und Lebensdaten zum Gedenken der Verstorbenen sind in Sandsteinstelen eingraviert.
Seit Einführung der jetzigen Friedhofsordnung im Jahr 2012 besteht zusätzlich die Möglichkeit der Urnenbestattung in einem Partnerschaftsgrab. Das heißt, dass der später Versterbende in derselben Grabstelle seine letzte Ruhe findet wie der Ehe- bzw. Lebenspartner. Das Urnenpartnerschaftsgrab wird mit einem kleinen Stein gekennzeichnet. Die Pflege obliegt für die Ruhezeit von 30 Jahren dem Friedhofsträger.

Im Nordwesten des Iltener Friedhofareals befindet sich der Patientenfriedhof des Klinikums Wahrendorff, den die Kirchengemeinde zusammen mit der Wahrendorffschen Klinikumsgärtnerei als Grabfeld für Urnen- und Erdbestattungen angelegt hat.

Gottes Kinder über den Tod hinaus

Anonyme Bestattungen werden auf dem Iltener Friedhof als Begräbnis- und Gedenkstätte in kirchlich-christlichem Erbe nicht durchgeführt. Eine anonyme (von: anonymos (griechisch) ,ohne Namen‘) Bestattung ist mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. In der Taufe hat der Mensch vor Gott einen Namen verliehen bekommen, das gilt über den Tod hinaus.